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Dozza

11.09.2026

Das mit den bemalten Häusern ist keine Touristen-Inszenierung von heute, sondern hat Tradition seit 1960: Damals fingen Künstler an, direkt auf die Hauswände des mittelalterlichen Ortskerns zu malen, und daraus wurde 1964 eine feste Institution – die Biennale del Muro Dipinto. Bis heute kommen alle zwei Jahre Künstler:innen, um neue Fassaden zu gestalten, sodass sich das halbe Dorf im Lauf der Jahrzehnte quasi ständig neu erfindet, ohne dass ein einziger Stein bewegt wird.

Am Ortseingang thront die Rocca Sforzesca, ursprünglich um 1250 von Bologna aus als reine Militärfestung errichtet. Richtig interessant wird sie aber erst durch Caterina Sforza, die berüchtigte Herrscherin von Forlì und Imola, die die Burg Ende des 15. Jahrhunderts zu einer Residenz umbauen ließ, in der sie auf ihren Reisen durch die Romagna wohnte. Bewohnt war die Burg tatsächlich bis 1960 – erst dann wurde sie an die Gemeinde verkauft und zum begehbaren Museum, mit noch original erhaltener Küche samt Utensilien aus dem 16. Jahrhundert.

Und genau in den unterirdischen Gewölben dieser Burg steckt der kulinarische Teil: Seit 1970 sitzt dort die Enoteca Regionale Emilia-Romagna, mit über 800 Weinetiketten der ganzen Region – aufgebaut wie ein komplettes italienisches Menü, mit eigenen Bereichen für Aperitif, Vorspeise, Hauptgang und Dessert, statt einfach nur Regal an Regal. Einer der Weine, die dort im Zentrum stehen, ist der Albana, Romagnas berühmtester Weißwein – dessen Legende (eine römische Prinzessin soll beim Verkosten ausgerufen haben, man dürfe so etwas nicht aus Ton, sondern müsse es aus Gold trinken) zwar eigentlich dem Nachbarort Bertinoro zugeschrieben wird, aber genau der Wein ist es, der hier in Dozzas Kellergewölben zelebriert wird.

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