Der Plužna-Stausee (slowenisch Akumulacijsko jezero Plužna) liegt oben im Soča-Tal bei Bovec, quasi im Vorgarten der Julischen Alpen. Das Kuriose daran: Er ist eigentlich ein Nebenprodukt gescheiterter Pläne. Die Italiener, die die Region vor dem Ersten Weltkrieg kontrollierten, wollten damit ursprünglich Strom für eine Eisenbahnlinie erzeugen – die dann nie gebaut wurde. Übrig blieb das Kraftwerk, und heute versorgt es einfach das obere Soča-Tal mit Elektrizität. Ein Bahnprojekt, das nie fuhr, hat also trotzdem bis heute Nachwirkungen.
Landschaftlich ist der See vor allem wegen seiner Spiegelungen bekannt: An ruhigen Tagen zeichnen sich die Kanin-Gruppe und der Berg Svinjak fast wie gemalt auf der Wasseroberfläche ab – deshalb taucht der See ständig in Wanderfotos aus der Gegend auf, meist als Zwischenstation auf dem Weg zum Wasserfall Virje. Er ist kein Postkarten-Alpensee mit Strand und Trubel, sondern eher ein stilles Arbeitsgewässer, das nebenbei auch Anglern und Wanderern gefällt.
Kurz gesagt: kein Natursee, sondern ein technisches Bauwerk mit ziemlich schöner Kulisse und einer leicht absurden Entstehungsgeschichte.